5 Tipps für weniger Plastik im Alltag

Im Alltag muss es oft schnell gehen. Aus Bequemlichkeit greifen wir dann zu Wegwerfprodukten aus Plastik. Dabei ist es so einfach, sie zu vermeiden.

1. Auf Coffee To Go verzichten

Coffee To Go-Becher muten morgens in manchen deutschen Großstädten fast schon wie ein Lifestyle-Produkt an. Vom Banker über die Studentin bis hin zum Start-Up-Gründer sieht der morgendliche Nahverkehrsnutzer die unterschiedlichsten Menschen mit dem Wachmacher im Einwegbecher in der Hand. Wer täglich seine Portion Koffein auf dem Weg zur Arbeit oder zur Uni braucht, produziert allerdings eine ganze Menge Müll. Nicht nur ist der Deckel aus Plastik, vor allem der Pappbecher ist ein Problem – er ist kaum bis garnicht recyclebar, da er im Innern mit Plastik beschichtet ist, um den heißen Inhalt überhaupt fassen zu können. Bei rund 220 Arbeitstagen wären das also 220 nicht recyclebare Pappbecher pro Jahr und Kaffeetrinker.

Dabei ist es so leicht, die Becher links liegen zu lassen: Wer sich morgens zehn Minuten Zeit nimmt, um das geliebte Heißgetränk im Lieblingscafé aus der Tasse zu trinken, entschleunigt nicht nur seinen Arbeitsweg, sondern tut auch der Umwelt etwas Gutes. Wer notorisch zu spät dran ist, kann auch auf einen eigens mitgebrachten Mehrwegbecher setzen. Hier gibt es mittlerweile eine große Auswahl an Produkten aus Bambus.

2. Leitungswasser statt Mineralwasser

Objektiv spricht wenig dagegen, in Deutschland nur Leitungswasser zu trinken. Die Qualität ist bundesweit fast ausschließlich sehr gut, es ist günstig und kommt ganz ohne Plastikbehälter aus. Um Leitungswasser ranken sich allerdings einige Mythen.

Mythos Nr.1 : Der hohe Nitratgehalt im Grundwasser ist gefährlich für das Trinkwasser. Richtig ist: Tatsächlich ist die Nitratbelastung hierzulande durch Massentierhaltung und den Einsatz von Kunstdüngern zu hoch. Das bedeutet allerdings nur, so das Umweltbundesamt, dass die Kosten für die Aufbereitung des Trinkwassers steigen. Auf die Qualität hat das keinen Einfluss. Allerdings könnten auch die Kosten für den Verbraucher dadurch bald ansteigen.

Mythos Nr. 2: „Hartes Wasser“ ist ungesund. Richtig ist: Was man umgangssprachlich „kalkhaltig“ oder „hart“ nennt, ist nur ein hoher Gehalt an Magnesium und Kalzium. Gesundheitsschädlich ist das keineswegs, das Gegenteil ist der Fall. Magnesium und Kalzium sind für den Menschen wichtige Spurenelemente.

Es gibt also kaum einen Grund, stilles Wasser aus (Plastik-)Flaschen zu kaufen. Leitungswasser ist gesund, günstig und vor allem: plastikfrei. Wer nicht auf Mineralwasser mit Kohlensäure verzichten will, sollte dann allerdings zur Glasflasche greifen – und das Kistenschleppen in Kauf nehmen.

3. Seifenspender sind unnötig

Flüssigseife ist ohne Frage praktisch. Sie lässt sich leicht dosieren und schnell auf den Handflächen verteilen. Ein herkömmliches Stück Seife macht allerdings einen genauso guten Job – und kommt ganz ohne Einwegspender aus. Denn selbst die Nachfüllbeutel für die Einwegspender sind in der Regel aus Plastik; unnötige Verpackung, die man mit herkömmlicher Handseife vermeiden kann. Wer bei Hautpflegeprodukten auf natürliche Inhaltsstoffe Wert legt, ist zum Beispiel mit den Seifen auf Algenbasis von Marie Natur gut beraten.

4. Plastikfrei Einkaufen

Der wöchentliche Gang zum Supermarkt kann schnell in einem großen Haufen unnötigen Plastikmüll enden: Plastikverpacktes Obst und Gemüse, extra Plastiktüten für lose Frischware, Plastiktüten für den Transport nach Hause. Wer bewusster einkaufen geht und sich vorbereitet, kann einem Großteil davon entgehen.

Eigene Rucksäcke oder Stofftaschen ersetzen die Plastiktüten. Glücklicherweise kosten die Einwegtüten seit 2016 ein paar Cent. Die kann man sich mit eigenen Tragetaschen getrost sparen.

Beim Obst und Gemüse ist das schon ein bisschen schwieriger. Sind Produkte bereits durch Plastik vorverpackt, kann man diese entweder meiden, oder sich an den Supermarkt oder Hersteller wenden und deutlich machen, dass die Verbraucher diese unnötige Verpackung nicht wollen. Die zusätzlichen Plastiktüten an der Gemüsetheke lassen sich hingegen leicht vermeiden. Zum einen sollte man sich fragen, ob diese wirklich nötig sind. Das meiste Obst und Gemüse ist durch die natürliche Schale ohnehin schon „verpackt“. Bei kleineren Obst- und Gemüsesorten, wie zum Beispiel Beeren oder Champignons, ist irgendein Behältnis allerdings nötig. Hier schaffen zum Beispiel kleinmaschige Einkaufsnetze aus Baumwolle Abhilfe (gibt es unter anderem hieroder hier).

5. Kosmetik mit Mikroplastik verbannen

Plastik versteckt sich an ungeahnten Orten: Viele Körperpflege- und Kosmetikartikel beinhalten kleinste Plastikteile oder flüssige Kunststoffe. Oft sind das zum Beispiel Peeling-Partikel in entsprechenden Cremes und Waschlotionen. Während diese noch relativ leicht mit dem bloßen Auge erkennbar sind, kommen Kunststoffe auch als Bindemittel oder Filmbildner zum Einsatz.

Um diese zu vermeiden, bedarf es ein wenig Recherche vor dem Einkauf oder kleiner Hilfsmittel, wie der Mikroplastik-Visitenkarte von Greenpeace, die praktischerweise in jeden Geldbeutel passt. Hat man sich aber einmal damit auseinandergesetzt und sich seine plastikfreien Produkte herausgesucht, kann man bei den nächsten Einkäufen getrost und ohne nachzudenken immer zu den selben Produkten greifen. Der kleine Aufwand am Anfang lohnt sich also. Mehr zum Thema Mikroplastik und dessen Auswirkung auf die Umwelt gibt es hier.