Neues Plastikfrei-Siegel „Flustix“

Ein neues Siegel könnte Verbrauchern künftig die Suche nach Produkten ohne Plastik erleichtern. Welche Artikel werden zertifiziert und wer steckt dahinter? 

Umweltbewusste Konsumenten tasten beim Einkauf im Supermarkt oft im Dunkeln, wenn sie versuchen unnötige Plastikverpackungen zu vermeiden. Beispielsweise sind weitere Umverpackungen unter der eigentlichen Produktverpackung meist nicht sichtbar. Viele nehmen deshalb lieber längere Wege zu einem Unverpackt-Laden auf sich, wo sie sicher sein können, kein unnötiges Plastik kaufen zu müssen. Das könnte sich bald ändern.

Das neue Plastiksiegel Flustix könnte Verbrauchern auch im regulären Supermarkt dabei helfen, gezielt Ware ohne Plastik zu kaufen und die jeweiligen Marken zu unterstützen. Bisher prangert es aber noch auf keiner Verpackung.

Das liegt daran, dass es erst kürzlich gestartet ist und sich die Produkte zuerst auf die Zertifizierung bewerben müssen. Allerdings befinden sich derzeit schon mehrere Artikel im Prüfverfahren. Denn ein Produkt gilt nach den Richtlinien von Flustix dann als plastikfrei, wenn es höchstens 0,5 Prozent Kunststoff enthält.

Das Prüfverfahren übernimmt Wessling, ein Labor, das unter anderem auch für Stiftung Warentest arbeitet. Nachdem das nach eigenen Angaben auf Partikel- und Umweltanalytik spezialisierte Labor das Produkt und vor allem dessen Verpackung auf jegliche Plastikpartikel getestet hat, erhält es das Siegel mit dem Origami-Fisch. Die Höchstgrenze von 0,5 Prozent Plastik gilt deshalb, weil selbst bei plastikfreien Produkten eine Kontamination mit Kunststoffen im Herstellungsprozess nicht völlig ausgeschlossen werden kann.

Hinter dem Siegel steckt übrigens der Journalist Malte Biss, der zuletzt für die Bild tätig war. Das erklärt vermutlich, warum auch bild.de darüber berichtete, falls sich schon jemand wunderte, warum sich die Bild plötzlich für Plastikfrei-Themen interessiert. Zynismus beiseite, hinter Flustix steckt ein ehrliches Anliegen und dass dahinter ein ehemaliger Bild-Chefreporter steht, hilft der Sache am Ende nur. Mit seiner PR-Expertise hat Malte Biss sicherlich das Potenzial, das Siegel bekannt und erfolgreich zu machen.

Zertifiziert werden können alle Produkte, die in Deutschland oder Österreich verkauft werden. Auf lange Sicht möchte Flustix allerdings europaweit präsent sein. Ob sich das Siegel auf lange Sicht durchsetzen und eine große Produktpalette umfassen wird, muss sich zeigen. Der Ansatz ist allerdings durchaus spannend und könnte Verbraucher wie auch Händler dazu anregen, weniger Plastik zu kaufen oder für Produktverpackungen einzusetzen. Falls demnächst also der stilisierte Fisch auf einigen Produkten im Supermarkt prangert, kann man– zumindest in Hinblick auf den Plastikverbrauch angeht – guten Gewissens zugreifen.

Mehr Informationen zu Flustix gibt es auf deren Homepage.

Auch ohne Siegel plastikfrei Einkaufen? Geht schon jetzt, zum Beispiel bei Marie Natur.