6 Tipps für eine Küche ohne Plastik

Es lauert quasi in jeder Ecke: Tupperdosen, Lebensmittelverpackungen, Gefrierbeutel, Spülbürsten, Frischhaltefolien, Plastikutensilien fürs Kochen und Backen. Die Küche ist der wahrscheinlich schwierigste Raum, wenn es darum geht, Plastik aus dem Haus zu verbannen. Doch für alles gibt es Alternativen. Wir zeigen euch, wie ihr auch ohne Plastik in der Küche auskommt.

Plastikfreie Alternativen zu Tupper

Die beliebten Plastikbehältnisse sind ohne Frage praktisch: in unterschiedlichen Größen und Formen lässt sich alles Mögliche aufbewahren, einfrieren und die Plastikbehälter sind danach immerhin wiederverwendbar. Das selbe können aber auch andere Behältnisse leisten: Schraubgläser zum Beispiel. Das Beste daran: Die bekommt man quasi kostenlos. Ob Joghurt, Marmeladen oder eingelegtes Obst und Gemüse – viele Lebensmittel werden in Schraubgläsern verkauft. Anstatt sie wegzuwerfen, können die Gläser ganz leicht gesäubert und danach zur Aufbewahrung weiterverwendet werden. Damit schlagt ihr gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: ihr braucht kein Plastik mehr und vermeidet Altglas.

Wachstücher: Allrounder für die plastikfreie Küche

Frischhaltefolien sind praktisch, ohne Frage. Immer griffbereit und immerhin hilft sie dabei zum Beispiel Gekochtes frisch zu halten und so Lebensmittelabfälle zu reduzieren. Aber das geht auch ohne Plastik: Wachstücher sind nicht etwa eine Erfindung einer neuen, umweltbewussteren Generation, sondern eher der Vorläufer der industriellen Frischhaltefolie. Vielleicht kennt der eine oder die andere solche Wachstücher noch von seiner Groß- oder Ur-Großmutter. Sie eignen sich hervorragend zum Einwickeln von Lebensmitteln oder Abdecken von offenen Behältern. Und sogar den Gefrierbeutel ersetzen die Tücher. Nach Verwendung lassen sie sich einfach abwaschen und reinigen. Lust auf Do-It-Yourself? Hiergibt’s eine Anleitung zum Selbermachen.

Spülen ohne Plastik

Handelsübliche Spülutensilien kommen meist mit einer Menge Kunststoff daher: Bürsten, Schwämme und Putztücher haben in der Regel Plastikgriffe oder Kunststofffasern. Mit ein bisschen Sucharbeit kann man die Standardprodukte im Supermarkt allerdings getrost liegen lassen: Holz-Topfbürsten zum Beispiel finden sich bei verschiedenen Onlinehändlern. Wer nach den Wachstüchern noch mehr Lust auf DIY hat, findet hier eine Anleitung für einen Küchenschwamm aus Paketschnur zum Selbermachen. Weniger Begabte in Handarbeit (Achtung, es muss gestrickt werden 😉können alternativ aber zum Beispiel auch zu einem Luffa-Schwamm greifen. Das faserige Innere des sogenannten Schwammkürbis ist ein hervorragender, ökologischer Spülschwamm und recht kostengünstig in der Anschaffung. Der gurkenförmige Schwamm kann leicht je nach Vorliebe in handliche Stücke zerkleinert werden. Ihr habt einen grünen Daumen? Den Luffa-Kürbis kann man auch bei uns anbauen!

Mülltüten sind auch nur Müll

Sie mögen dünn und leicht sein, aber am Ende sind Mülltüten nichts Anderes als zusätzlicher Plastikmüll. Wer hier genauer hinschaut, wird merken, dass im Laufe eines Jahres eine ganze Menge davon verbraucht werden. Das muss nicht sein. Trockene Abfälle kann man gut auch ohne Tüten in den Abfalleimer geben und diesen später über der Tonne auskippen. Der Mülleimer lässt sich danach leicht feucht auswischen. Für feuchten Müll und insbesondere Biomüll kann man natürlich auf einen Beutel zurückgreifen, dann aber am besten einen biologisch abbaubaren, zum Beispiel aus Maisstärke.

Kleine große Plastik-Sünden des Alltags: Kaffeekapseln

Kaffeeliebhaber haben es sicher schon oft genug gehört: Die Kapselmaschinen sind eine kleine Verpackungskatastrophe. Trotzdem erfreuen Sie sich großer Beliebtheit. Sie sind recht günstig in der Anschaffung, äußert komfortabel und schnell und sollen einen recht ordentlichen Kaffee machen. Für jede Tasse ein eigenes Plastikgehäuse zu verschwenden, ist allerdings alles andere als ökologisch. Deshalb: weg mit den Dingern und her mit einem plastikfrei verpackten, qualitativ hochwertigen Röstkaffee. Wer sich nicht von der Kaffeemaschine trennen will, muss aber nicht unbedingt ein Umweltsünder bleiben: Da sie nun einmal schon produziert und gekauft wurde, kann sie im Zweifel auch weiterverwendet werden. Dann aber bitte mit wiederverwendbaren Kapseln, zum Beispiel aus Edelstahl. Utopia.de hat einige Modelle getestet, ein Blick lohnt sich.

Der einfache Rest: leicht zu ersetzen

  • Pfannenwender, Kochlöffel, Grillbesteck etc.: All das findet man auch aus Holz oder Edelstahl.
  • Schneidbretter: Holzbretter sehen ohnehin schöner aus.
  • Teflonpfannen: Die Anti-Haft-Beschichtung ist meist ein Kunststoff. Eine tolle Alternative ist die gusseiserne Pfanne. Viele Hobby- wie Profiköche schwören auf ihre Qualitäten.

Wer sich also etwas Zeit nimmt und Gewohnheiten umstellt, wird schon bald in den Genuss einer plastikbefreiten Küche kommen. Die Umstellung sollte man am besten bewusst und zielstrebig angehen, aber nicht zu streng mit sich selbst sein. Jeder nicht gekaufte Plastikartikel ist ein Schritt in die richtige Richtung. Und das Wichtigste: Bereits gekaufte Plastikutensilien sind schon produziert, das heißt es wurden Ressourcen und Energie dafür aufgewendet. Diese wegzuwerfen, nur um die Küche plastikfrei zu machen, wäre absolut der falsche Weg. Deshalb: verschenken, verkaufen oder auch einfach weiterverwenden, bis sie abgenutzt oder kaputt sind.